Disruptive Innovationen sichern nachhaltig den Markterfolg

Unternehmen, die systematisch auch disruptive Innovationen entwickeln, können dieses Problem vermeiden. Dazu müssen sie die Grenzen ihrer Expertise und ihre Sicht auf Kunden, Märkte und Technologien konsequent erweitern. 

Dr. Friedhelm Böttcher     Dr. Friedhelm Böttcher

Hewlett Packard wird bis 2014 rund 30000 seiner insgesamt 324 000 Stellen streichen. Ursachen sind zurückgehende  Umsätze, vor allem aber ein massiver Gewinneinbruch. Ähnliche Probleme werden auch von Dell gemeldet. Die schwache Konjunktur u.a. als Folge der Euro-Krise ist sicher eine Ursache hierfür. Stärker wirkt aber ein grundlegender Wandel in der Branche. Computer sind Massenprodukte geworden, bei denen vor allem der Preis den Absatz bestimmt.  Gleichzeitig verändern Tablet-Rechner und Smartphones den Markt grundlegend. Und gerade hier haben die größten PC Hersteller der Welt den Anschluss verloren [1].

Nach Christensen [2] ist das kein Zufall. Er schreibt “…disruptive innovations (wie z.B. tablet Rechner) … [are] introducing products … that are not as good as currently available products. … they are simpler, more convenient and less expensive. …that will ultimately crush the incumbents… Disruption has a paralyzing effect on industry leader… they are constitutionally  unable to respond.” [2].

Unternehmen, die systematisch auch disruptive Innovationen entwickeln, können dieses Problem vermeiden. Dazu müssen sie die Grenzen ihrer Expertise und ihre Sicht auf Kunden, Märkte und Technologien konsequent erweitern. Die Entwicklung von Zukunftsbildern, das Erkennen und richtige Interpretieren von Trends z.B.  im Rahmen von Technology Foresight sind dabei wirkungsvolle Instrumente. Dabei wird der „blinde Fleck“ in der Wahrnehmung durch die gemeinsame Arbeit mit Partnern aus anderen Branchen überwunden. „Cross Industry“ Projekte dieser Art führen Wissen und Ressoucen zusammen, ermöglichen einen „Reality Check“ durch die gemeinsame Bewertung von Erkenntnissen und vermindern nachhaltig Risiken im Projekt. Das neues future_bizz Projekt Trendstudie „Innovation Oberflächen“ liefert hierfür ein Beispiel, wie so etwas in der Praxis aussehen kann.

[1] s. Berichte über diese Entwicklung u.a. in FR 19.5.2012 S. 15 und FR 25.5.2012 S.15

[2] Christensen, C.M.; Raynor, M.E.: „The Innovator’s Solution“; Boston 2003